Edmund de Waal

…wurde 1964 in Nottingham, England, geboren und ist sowohl als Künstler – er ist Keramiker und Professor für Keramik an der University of Westminster in London – als auch als Schriftsteller bekannt.

Er stammt aus der berühmten Familie Ephrussi, sein Vater Victor de Waal war Dekan der Kathedrale von Canterbury. De Waals Großmutter, Elisabeth de Waal, wurde 1899 in die Wiener jüdische Familie Ephrussi geboren. Sie heiratete den Niederländer Hendrick de Waal und zog mit ihm durch Europa, bevor sie im Zweiten Weltkrieg nach England gelangte.

Bereits während seiner Schulzeit in Canterbury erlernte de Waal das Töpferhandwerk. Er erhielt ein zweijähriges Arbeitsstipendium, das ihm die Arbeit im Mejiro Ceramics Studio in Tōkyō ermöglichte. De Waals Keramiken sind von der japanischen Töpferei beeinflusst, zeigen schlichte Formen und gedeckte Farben.

2010 wurde de Waals Familiengeschichte „The Hare with the Amber Eyes: a Hidden Inheritance“ veröffentlicht und im selben Jahr mit dem Costa Book Award in der Sparte Biographie ausgezeichnet. Seither ist Edmund de Waal oft in Wien gewesen. 2014 präsentierte er seine Töpferarbeiten im Theseustempel, 2016 stellte er im Kunsthistorischen Museum die Ausstellung „during the night (Des Nachts)“ zusammen, in denen er Objekte der Kunstkammer des Museums zu einer persönlichen Schau auswählte. 2018 übergab Edmund de Waal 170 Netsukes als Dauerleihgabe an das Jüdische Museum Wien.

Im Herbst 2019 nahm er in diesem Museum an der Eröffnung einer Ausstellung über die Geschichte der Familie Ephrussi teil. Sein über 90-jähriger Vater Victor de Waal erhielt im Jänner 2021 auf eigenen Wunsch die österreichische Staatsbürgerschaft zurück, die er als Kind gehabt hatte.

© Tom Jamieson